Underworld

Ober der Erde ist das Biken auf schmalen Wegen nach wie vor fast überall illegal, was liegt also näher es unter der Erde zu probieren?

Dazu muss ich folgendes erklären: in jungen Jahren war ich begeisterter Höhlenforscher und einige Jahre mit sehr guten Freunden auf Forschungsfahrten in Niederöstereich und der Steiermark unterwegs. Mit der Zeit bin ich  leider aus meinem Schlatz (Schliefanzug) herausgewachsen und Bergsteigen, Fahrradfahren und Filmen sind mehr in den Mittelpunkt gerückt.

Die Idee Höhlen, Fahrrad und Fimen einmal zu kombinieren, spukt aber schon lange in meinem Kopf herum. Ich gebe zu, dass ein Fahrrad in einer Höhle normalerweise so nützlich ist wie ein Kropf am Hals – die Herausforderung ist diesmal, eine fahrbare Höhle zu finden.

Sebastian Dörk hat heuer im Frühjahr ein Video mit Rob J Heran publiziert und im ersten Moment bin ich erschrocken – wieder einmal war einer vor mir mit meiner Idee da! Auf dem zweiten Blick bin ich beruhigt – es geht um Biken in einem ehemaligen Bergwerk, in dem ein Bikepark angelegt wurde. Nett, aber nicht die Bilder die ich im Kopf hatte. Eine reine Schauhöhle mit elektrischer Beleuchtung, ein angelegter Weg mit Stufen kommt für ich nicht in Frage, es muss eine echte Höhle sein, mit Engstellen, Schlamm und Orientierungsproblemen!

Ein Familienausflug bringt dann die entscheidende Idee,  die angepeilte Höhle ist eine Durchgangshöhle und in meinem Kopf entsteht schon eine kleine Geschichte… Johannes ist ganz schnell überzeugt, dass eine Höhlentour nicht unbedingt in die Hölle führen muss und dass es zumindest einen Versuch wert ist!  Er bringt das fahrerischen Können mit, das auf rutschigen Steinen in Höhlen erforderlich ist. Martin begleitet uns als Fotograf und ich bin glücklich, dass ein super Team steht!

Das ist auch notwendig, denn es stellen sich dann doch noch ein paar kleinere Schwierigkeiten ein. Statt stabilen Schönwetter machen sich die Feuerwehren zum Auspumpen der Keller bereit und Höhlenplan haben wir auch keinen auftreiben können. Also wird es doch ein kleines bisschen zu Forschungsfahrt und ich hoffe, dass das Wasser von oben unsere Pläne nicht ganz zunichte macht. Zu weitere Motivation lesen wir noch ein paar Berichte von verhungerten Studenten und Höhlenbesuchern, die sich erhängt haben um nicht verdursten zu müssen ….

Kurz zusammengefasst, das Video ist wieder einmal ganz anders geworden wie geplant, da das nasse Wetter und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Höhle ein paar Änderungen notwendig gemacht haben. Auch das Ende des Videos ist meiner Müdigkeit zum Opfer gefallen. Wir sind wie geplant beim zweiten Ausgang rausgekommen und nicht wie im Video im Eispalast verschollen! Gefilmt habe ich mit der Blackmagic Pocket Kamera, die sich in der Höhle besser bewährt hat wie draussen (das Display ist im dunklen super lesbar und die hohen Temperaturen des Gehäuses lassen die Wassertropfen verdunsten. Beim Video hätte ich noch viele Ideen bei der Nachbearbeitung – die werde ich sicher irgendwann erledigen – wenn nicht das nächste Projekt dazwischen kommt!

Das Password ist übrigens: 1234

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